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Description
Reiher und Pfingstrosen auf Goldgrund | anonym | 18.Jh.Dieses Bild stammt wahrscheinlich von einem mehrfltigen Stellschirm nur ein einziges Bild ist berliefert. Es ist unsigniert, wie das im 17. 18. Jh. durchaus blich war, auch wenn die Autorschaft erwhnenswert gewesen wre. Vom Stil her denkt man am ehesten an Kan Schule, die seit dem 15. Jahrhundert die Palste und groen Tempel mit prachtvollen Schiebetren und Stellschirm Malereien bediente. Der Einsatz von Gold als Hintergrund ist nicht nur eine Frage
Dieses Bild stammt wahrscheinlich von einem mehrfältigen Stellschirm – nur ein einziges Bild ist überliefert. Es ist unsigniert, wie das im 17./18.Jh. durchaus üblich war, auch wenn die Autorschaft erwähnenswert gewesen wäre. Vom Stil her denkt man am ehesten an Kanō-Schule, die seit dem 15. Jahrhundert die Paläste und großen Tempel mit prachtvollen Schiebetüren- und Stellschirm-Malereien bediente.
Der Einsatz von Gold als Hintergrund ist nicht nur eine Frage des Wunsches nach Prunk. Das Innere von Tempeln und Schlössern pflegte recht dunkel zu sein. Gold jedoch reflektierte spärliches Sonnen- oder Kerzenlicht und schuf im Raum eine warme Atmosphäre. Bei alten Vergoldungen, wie dieser, treten die Formen der quadratischen Folien, mit denen man vergoldete, deutlich hervor und strukturieren auf lebendige Weise die schimmernde Fläche.
Auf diesem Bild ist die Goldebene nicht nur Hintergrund; oben, in der Mitte und unten werden Wolkengebilde angedeutet, die allerdings völlig irreal sind – sie haben eine ausschließlich dekorative Funktion. Dieses konzis grafische Element steht im Kontrast zu den verschiedenen Ebenen von Realismus in den Binsen und Pfingstrosen im unteren Teil des Bildes. Die Zeichnung der Schilfblätter ist sehr realistisch – nicht so sehr ihre Farbe: man dürfte eigentlich ein frisches Grün erwarten zur Zeit, wenn die Pfingstrosen blühen. Grün sind im Prinzip auch die Blätter der Pfingstrosen, doch ein zentrales Blatt unten übernimmt das unwirkliche Beige der Schilfblätter, womit klar wird, dass der Maler rein bildnerisch denkt: Er braucht ein lichtvolles Gegengewicht zum weißen Reiher im Goldhimmel. Dieser ist in der Darstellung vollkommen isoliert und deshalb kompakt gefasst: Er ist mit den offenen Flügelspitzen und den schwarzen Füßen einem Dreieck einbeschrieben, das als geometrische Form immer Fasslichkeit und Stabilität verspricht.
Der weiße Reiher ist in Asien ein Sinnbild für Geistigkeit, Reinheit und Harmonie. Die Pfingstrose ist Symbol für Pracht und Reichtum. Beide Elemente zusammen sichern Glück und Wohlbefinden im Leben.
Die Malerei mag nicht mehr so brillant sein wie sie vor 250 Jahren war. Aber gerade die Patina erzeugt einen Ausdruck von Vornehmheit, die auch die Neumontierung bestimmte: Ein edles Kiefernadelgrün mit einem feinen Brokat-Rahmen soll das Bild mit Ruhe und Eleganz fassen.
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